kurz und knapp: Brancheninfos Ausbaugewerbe

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland eine schwerwiegende Rezession ausgelöst. Der Geschäftslagenindikator im Hochbau hat in den ersten Monaten des Jahres 2020 nach den Ergebnissen der ifo-Konjunkturumfrage deutlich nachgegeben, und die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate haben sich noch erheblich verschlechtert.

Im Ausbaugewerbe hat sich die Lage mit dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft wieder verbessert. Daher ist zu erwarten, das die Umsatzentwicklung bei den Stuckateuren sowie den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern 2020 und 2021 weiter leicht aufwärtsgerichtet bleibt und sich bei den Elektrotechnikern – nach einer Umsatzstagnation im Jahr 2020 – zumindest 2021 ebenfalls ein Umsatzwachstum einstellt. Für die Klempner, Installateure und Heizungsbauer, Tischler, Maler und Lackierer sowie Glaser dürfte dagegen in beiden Jahren eher mit stagnieren Umsätzen zu rechnen sein.

Dank einer weiterhin hohen Auslastung dürfte die Ertragslage bei den Stuckateuren sowie den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern 2020 und 2021 gut ausfallen; bei den Klempnern, Installateuren und Heizungsbauern, den Tischlern Malern und Lackierern sowie Glasern ist für beide Jahre eine zufriedenstellende Ertragslage zu erwarten. Bei den Elektrotechnikern erreicht die Ertragssituation, die 2020 als „zufriedenstellend“ zu bewerten sein dürfte, im Jahr 2021 voraussichtlich ein gutes Niveau.

Bei weiterhin solider Auftragslage konnte das Ausbaugewerbe seine Strategien zur Bewältigung der rückläufigen wirtschaftlichen Entwicklung im ersten Halbjahr 2020 kontinuierlich anpassen.

Quelle: ifo-Institut

Wie werten wir nun die Informationen, die uns das ifo-Institut nach gewohnt guter Recherche heute zur Verfügung stellt? Naja – so in etwa hat sich das auch mir gegenüber widergespiegelt, was sich in den vergangenen Monaten in der Branche getan hat. Dennoch, mir gefällt es nicht, das für Entwicklungen jeglicher Art den Ergebnissen der „Corona-Deckel“ übergestülpt wird. Vielleicht ist es auch die Erfahrung aus den letzten Jahrzehnten, die mir eine gewisse Gelassenheit gibt, wenn es darum geht, Dinge und Entwicklungen zu beurteilen, hinzunehmen und das beste draus zu machen. Die Erkenntnis, das Dinge die heute passieren, immer auch das Ergebnis dessen sind, was wir vielleicht in der Vergangenheit gut oder „weniger gut“ vorbereitet haben, ist ja nicht neu!  Aber das wiederum sollte den Branchenkollegen auch klar sein, das Ausbaugewerbe ist ja schon etwas länger „präsent“ – und der Krisen gab´s ja auch schon ein paar. Deswegen glaube ich, das die Entwicklungen im Bauwesen nicht primär an bzw. wegen der Rezession zu messen sind. Ja, wir spüren alle irgendwo bzw. irgendwie das die Kaufkraft (oder die Kauflust?) eine andere ist, als wir sie vielleicht seit Jahren gewohnt sind. Betrachte ich „stellvertretend“ meinen eigenen Markt, spüre ich allenfalls eine leichte Veränderung in der Planungsphase, da sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Herstellerseite mögliche krankheitsbedingte Ausfälle mit eingeplant werden und sich diverse Maßnahmen zeitlich verschieben – weiter nichts. Anderen Branchen geht´s da sicher anders, möglicherweise schlechter. Berücksichtigen wir alle Fakten und Erkenntnisse aus den letzten Wochen und Monaten mal konkret, sehen wir, das es der Branche sicher nicht schlecht geht, aber die gesamtwirtschaftliche Lage ihren Einfluss hat. Vielleicht nehmen wir das doch einfach mal zum Anlass, den Markt „vor der Haustür“ zu unterstützen und zu stärken. Nicht nur weil grad „Krise ist“ sondern grundsätzlich, weil es sich lohnt – für alle. Global denken – regional handeln, das sollte der künftige Leitsatz sein. Sensibel die Bedürfnisse im näheren Umfeld erkennen und berücksichtigen. Ich glaube, der Zeitpunkt ist grade richtig, die Wertschätzung der Wertschöpfung überzuordnen. Das heißt nicht, das wir von „liebgewonnenem“ Abstand nehmen sollen. Aber dahingehend umdenken, ob das Wachstum in „Qualität“ statt „Quantität“ nicht dauerhaft als Grundlage für substantielles Wachstum der bessere, weil aktiv beinflussbare, Weg ist, sehe ich als logische Konsequenz aus der aktuellen Situation. Grundlagen zu schaffen, die uns vom Irrglauben des „unendlichen Wachstums“ befreien, wird uns bestenfalls zu Entwicklungen verhelfen, die uns dann Marktprognosen ersparen, die, weil spekulativ, je nach Sichtweise so gedeutet werden können, wie man es halt grade hören möchte!

Besten Gruß aus Daun

Wolfgang Blick

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.