kurz und knapp: Brancheninfos Ausbaugewerbe

Gemäß der aktuellen Sommerprognose des ifo Instituts wird das Bruttoinlandsprodukt 2022 im Jahresdurchschnitt voraussichtlich um 2,5% wachsen. Für 2023 ist ein Wachstum von 3,7% prognostiziert. Nach den Ergebnissen der ifo Konjunkturumfrage hat sich der Geschäftslageindikator im Hochbau seit Anfang 2022 stetig verschlechtert, ebenso die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate.

Die Umsätze im Ausbaugewerbe dürften 2022 dank hoher Preise und voller Auftragsbücher weiter steigen. Mit der erhofften Normalisierung des Materialmangels und ohne einen massiveren Einbruch des Hochbaus sollten die Umsätze auch 2023 zunehmen. Die Nachfrage nach Personal ist hoch, doch wird der Beschäftigungszuwachs durch den Fachkräftemangel gehemmt.

Zusätzliche Lieferkettenstörungen in Folge des Ukraine-Kriegs verschärften die Materialengpässe und sorgen so für anziehende Verkaufspreise im Ausbaugewerbe. So sind Preise für energieintensive Baustoffe wie Glas und Gips gestiegen, während der vormals hohe Holzpreis stark gefallen ist. Die Preissteigerungen können nur zum Teil an den Kunden weitergegeben werden, zudem könnten die hohen Preise vermehrt zu Auftragsstornierungen führen.

Die Betriebsauslastung im Ausbaugewerbe ist sehr hoch. Zudem können die Unternehmen auf volle Auftragsbücher zurückgreifen. Für weniger gut aufgestellte Gewerke, die vom Materialmangel betroffen sind, ist für 2022 eine nur zufriedenstellende Ertragslage zu erwarten, die sich 2023 teilweise bessern könnte. Besonders die Bauinstallation dürfte aber sowohl 2022 als auch 2023 gute Erträge erzielen.

Quelle: ifo-Institut

Sommerprognosen einer Branche, die ihre eigenen Wertmaßstäbe so hoch ansetzt, das sie locker in der Lage ist, aufrecht darunter her zu stolzieren – so möchte ich mit einem Satz kommentieren, was uns das ifo-Institut grade zu beschreiben versucht. Als eifrige Leser meiner Blogbeiträge wissen Sie längst, wie ich zu den Prognosen und Vorhersagen grundsätzlich stehe: der geheimnisvolle Blick in die Glaskugel, auf eine fast schon okkulte Art – also alles Quatsch. Was hat es denn bisher gebracht? Nichts! Zu Anfang suhlt man sich in Versprechen, was alles passieren wird – am Ende sind es halt andere schuld, wenn es nicht funktioniert mit dem unendlichen Wachstum. Wieviel Ignoranz grundsätzlich gehört denn zu den Ausführungen wie bspw. „ist für 2022 eine nur zufriedenstellende Ertragslage zu erwarten“? Mal unter uns „Normalos“ gefragt: Was kommt den nach „zufrieden“ noch? Welche Werte sind denn noch erstrebenswert? Mehr Verdrängung? Mehr Marktanteil? Mehr Macht?

Mein Rat an der Stelle wäre ein „mehr“ an Eigenverantwortung! Das täte der Gesellschaft grundsätzlich gut, und unserer Branche ganz besonders. Die Schuld, die Ursache, für den möglichen unternehmerischen Misserfolg finden wir weder in der Ukrainekrise, noch in Lieferengpässen oder Preissteigerungen! Der Blick auf die Dinge ist, glauben Sie mir das, ein ganz anderer, wenn die Ziele die wir haben, wir aus eigener Kraft, durch eigenes Denken und Handeln zu erreichen in der Lage sind. Grundlage dafür ist eine realistische Selbsteinschätzung dessen, wer man ist und was man kann. Auf der Basis zu arbeiten, das sich dann – und nur dann! – ein nachhaltig gutes Geschäft generieren läßt, wenn alle Beteiligten gleichermassen verdienen -„ihren Schnitt machen“- sind wir schon da wo wir hingehören. Das es so funktioniert erlebe ich derzeit genauso, wie die Jahrzehnte vorher. Krisenunabhängig läßt sich substantielles Wachstum planen und umsetzen. Gute „Vernetzung“ als Basis, fairer Umgang mit allen Geschäftspartnern – Kunden und Lieferanten gleichermaßen. So läßt sich Erfolg planen – gemeinsam und langfristig! Schwierigkeiten, so es sie denn gibt, löst man bereits „im Ansatz“.

Den „ewig gestrigen“, die vor lauter Problemen die Lösung noch immer nicht sehen (wollen?), sei zum Ende meiner heutigen „Ausführungen“ auch ein Rat mit auf den Weg gegeben: Wenn keine Krise für den Misserfolg und die Unzufriedenheit mehr herhalten kann, sagen Sie einfach „die Kristallkugel sei kaputt“.

In dem Sinne, schönen Gruß aus Daun – und machen Sie es gut!

Wolfgang Blick

Ein Gedanke zu „kurz und knapp: Brancheninfos Ausbaugewerbe

  1. Karl Dilly

    Sehr treffende und grundsätzliche Kommentierung der Zahlen- und Wortwerke von „Marktberichten“, lieber Herr Blick!

    Ich sehe hinter diesen Berichten auch noch diejenigen, die in den Unternehmen auch noch dafür einen Bonus bekommen und gelobt werden, wenn die Umstände wie aktuell die Versorgungsengpässe/Krieg in der Ukraine Ursache dafür sind, dass durch Preiserhöhungen als Folge der Krise mehr Umsatz gemacht wird. Aktionäre sind hocherfreut, obwohl auch sie nichts zum Positiven beigetragen haben.

    Krisendämpfung der Politik wie Tankrabatt kommt nicht dort an, wo er helfen würde sondern landet in der Kasse derer, die nichts zur Krisenbewältigung beitragen. Und geht es in der Wirtschaft mal wieder schlechter, sind immer die anderen und die Umstände schuld. Da ist dann wieder die Politik gefragt. Die ringt dann wieder in der Regierung und Opposition um Deutungshoheit und bekämpft sich in unzähligen, unerträglichen Talkshows. Das Resultat: Griff in die Finanzkasse. Selbst die Rentenkasse bleibt nicht verschont (sog. „versicherungsfremde Leistungen“ – googeln Sie einmal!!!). eingeschlossen. Der nie vollständige Ausgleich für diese Fremdentnahme wird als „Zuschuss zur Rentenkasse“ betitelt. Es gibt Politiker, die sich dafür auch noch loben lassen wollen. Rentner sollen glauben, dass sie froh sein sollen und dass sie ihre Rente eigentlich nicht verdient hätten. Das ist sowohl Unwissen der Politiker als auch soziale Rücksichtslosigkeit als auch Hohn.

    Zurück zur aktuellen, außergewöhnlichen Situation:
    Zur Kasse werden wieder die gezwungen, die sich nicht wehren können: Lohn- und Gehaltsempfänger und vor allem Rentner – die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherungen werden erhöht und durch Rentenkassen direkt von der Rente abgezogen! Welchen Kostenausgleich erhalten die Rentner dafür? Da wird eine Rentenerhöhung von 5,2% als epochale Leistung (so viel wie seit 40 Jahren nicht) betitelt und verschwiegen, dass Kranken- und Pflegeversicherung automatisch auch hiervon ihren Teil abbekommen.

    Was soll die Kritik? Wir können doch immerhin alle vier bzw. fünf Jahre wählen. Gut soweit, es reicht nicht als gesellschaftliche Mitbestimmung, weil wir diese Mitbestimmung an der Wahlurne abgeben und uns danach nicht mehr um die politische Umsetzung vor Ort kümmern, obwohl es sowohl nötig als auch möglich ist, denn Politiker haben sehr selten die notwendige Fachkompetenz für ihre politischen Sach- und Fachgebiete. Hier können wir helfen, denn Fraktions- und Ausschuss- und Ratssitzungen sind öffentlich – gehen Sie mal hin und nehmen gezielt Ihr Lieblingsthema mit. Das würde substanziell und sozial helfen. Auch diese Ermunterung zum Thema „Selbstverantwortung“, damit unsere Zukunft nicht vom Himmel fällt – die Zukunft wird die Folge sein, was wir heute tun, wie wir das tun und was wir bewusst unterlassen. Politiker (und auch Verbände und nicht wenige Unternehmer) wissen wenig davon und fallen jedes mal aus allen Wolken, wenn was schief läuft. Sie haben doch den Beweis ihrer Tüchtigkeit erbracht – siehe Resultate in „guten Zeiten“. An ihnen kann es nicht liegen, wenn wir schlechte Zeiten haben. Logik: Schuld haben die anderen. Ablenkung: man warnt die aktuell Verantwortlichen und gibt zu bedenken. Das sind übrigens zwei sehr bequeme Wege durch Krisen zu kommen: man muss selbst nicht nachdenken und übernimmt keine Verantwortung.

    Liebe Grüße
    Karl Dilly

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