Digitalisierung – sozial geht anders!

Lieber Herr Blick,

die Information des ifo-Institutes habe ich auch gelesen. Abgesehen von der ausgezeichneten Darstellung von Zahlen empfinde ich hierin die  Denkweise des ifo-Institutes: Warum auch immer oder warum auch nicht – man ist dem Gewerbe/der Industrie, dem Groß-Kapital, dem großen Vermögen und der entsprechend prägenden Politik verpflichtet.

„Der Materialmangel in der Bauwirtschaft könnte mittelfristig auch die Geschäftslage im             Ausbaugewerbe beeinträchtigen. Allerdings sind weitgehend Preissteigerungen durchsetzbar.“

Es zahlt immer der, der sich nicht wehren kann! Das sind die Lohn- und Gehaltempfänger, die Rentner und Mieter. Von denen wird per Gesetz über den Arbeitgeber, die Rentenkassen und

Ämter eingetrieben, worum sich Gewerbe (Herr Blick, Sie machen hier die Ausnahme!!!) und Kapital drücken können: Steuern und Abgaben. 

„Mit zunehmender Digitalisierung müssen in einem Gebäude immer mehr Systeme miteinander vernetzt werden.“

Ich bin jedoch überzeugt, dass es vorrangig notwendig ist,  Menschen/Ausführende vom Bauherrn, Architekten über das Bauamt und die Politiker bis hin zum GU,  Bauträger und

Gewerbe, Lieferanten und Kunden menschlich/persönlich zu vernetzen:

            offen, wahr, klar, kritisch und mit echtem Interesse am anderen.

Mit Selbst-Kompetenz als Grundlage: Selbstverantwortung, Selbstkritik und Selbstmotivation.

Im nächsten Schritt auf dem Fundament dieses „Sozialen Netzwerkes“ das „Wertschöpfungs-Netzwerk“ aufsetzen und digitalisieren. Das wäre dann die Basis, um schnell und kostengünstig auch komplexe Vorgänge ohne Missverständnisse fehlerfrei und damit  wirtschaftlich erfolgreich handhaben zu können.

Ziel:  

Qualität für das gesunde Leben und das für eine lange Dauer und Senkung des Preises für das fertige Haus und Reduzierung der Bauzeit und planbare und kalkulierte Zukunft und Risiko-Minimierung für das Gewerbe. Dann kämen noch Banken und Versicherungen hinzu und jeder hätte seinen Gewinn.

 Wenn jetzt das rein technische Digitalisieren voran getrieben wird, bleiben Gesellschaftsteile auf der Strecke. Das betrifft die (wehrlose) Mehrheit der Gesellschaft. Die vermeintlichen Vorteile der Digitalisierung kehren sich ins Gegenteil: Das Bauen wird teurer und die Verständlichkeit/ Verständigung reißt ab – das Fundament/der Nährboden für eine dauerhafte, nicht rückführbare Kosten-Preisspirale.

„Soziale Digitalisierung“

Sowohl in der Wirtschaft, der Politik und im privaten Bereich verdienen sich Soft- und Hardware-Hersateller  mit der Digitalisierung einen Wolf. Das kann man gutheißen oder nicht – es war immer schon so, dass eine Gruppe der Gesellschaft mit „Revolutionen“ teils unfassbar viel Geld verdienten. Was einmal Krupp und Thyssen und Zeitungs-Barone und  … waren, sind heute Microsoft , Apple und  Facebook und WattsApp und Google und Amazon und … .

Was über die „Revolutionen“ hinweg geblieben ist:

Es gab und gibt wenige Gewinner und ungleich viel Verlierer. Heute glaubt ein Großteil der Bevölkerung, in der aktuellen „Revolution“ dabei zu sein, man ist schließlich von Kindsbeinen an weltweit mit Handy und Google und WattsApp unterwegs. Dafür zahlt man ungewollt und gleichgültig den Höchstpreis: Freigabe persönlicher Daten zur freien Nutzung der Digital-Multis und erfreut sich daran, dass Google und Co. schon nach Eingabe weniger Buchstaben wissen, wonach wir suchen (besser. suchen sollen!!!).

Ich selbst habe ein Handy mit Android 4.5. Damit geht so gut wie nichts mehr Richtung Internet und „Digitale Dienste“, weil ich keine Apps über Google App-Store herunterladen kann. Damit entfällt für mich die Möglichkeit, das Programm „Fahr und spar“ der ADAC-Versicherung zu nutzen, um über meine Fahrweise Geld sparen zu können. ADAC:  „neues Handy kaufen“.

Die Digitalisierung wird teils direkt (Anschaffung Handy und Kommunikations-Dienste) teils indirekt (Abgreifen der Daten über Apps) von denen bezahlt, die sich a. keine Gedanken machen (Mehrheit) und b. sich nicht dagegen wehren können, weniger von denen, die an der Digitalisierung verdienen. Amazon als Super-Profiteur zahlt kaum Steuern. Digitalisierung, so wie ich sie begreife, ist die unsozialste Form aller bisherigen „Revolutionen“, auch weil sie heimlich und nicht einsehbar daher kommt und sich ausbreitet.

Damit die Bürger den amtierenden Bürgermeister wiederwählen, verspricht dieser der Bevölkeung „Schnellstes Internet“,  sprich Glasfaseranschluss für jeden. Ausführende Unternehmen erhalten für den Ausbau Förderungen, ebenso der Bürgermeister,  der sich dafür feiern lässt. Wer bezahlt das? Der, der sich nicht wehren kann – der gemeine Steuerzahler. Der eigene Anschluss kostet  zudem noch 7-800 €.  2x/Monat flattert uns Werbung für die Einrichtung eines Glasfaseranschlusses in den Briefkasten.  Man sagt kostenlosen Anschluss zu, wenn wir uns bis zum …. entscheiden. Wer zahlt dann die Einrichtungskosten? Das Ministerium für Digitales und …. Und dieses Ministerium bedient sich aus dem Steueraufkommen. Gerne wird auch in die Rentenkasse gegriffen und nie wieder vollständig zurück gezahlt (siehe „Versicherungsfremde Leistungen/Rentenkasse“). Dafür wird dann die schon eingeplante Rentenerhöhung zurückgenommen, die Beiträge für die Krankenversicherung und die Pflege erhöht und über die Rentenversicherung direkt den Kassen überwiesen. Wehren kann man sich nicht.

Die nächste „Revolution“:

Nutzung der abgegriffenen Daten, um noch ungehemmter das zu tun, was heute schon getan wird: Manipulation in allen Lebensbereichen der Mehrheit der Menschen.  Kriege wurden schon immer geführt, wenn sich einige wenige Menschen für wichtiger hielten als andere und es ihr Recht ansahen, die Mehrheit der Menschen dafür ins Feld zu schicken. Das „gute Recht“ der Minderheit wird heute nicht mehr mit Knüppeln und Gewehren erzwungen. Das geht auch digital. Die Verlierer: Die wenig gebildete Mehrheit, die kennt schon heute ihren Nachbarn nicht mehr, weil sie ihn nicht wahrnimmt – weil sie mit ganztägig gesenktem Kopf mit ihrem Handy als Köder vor der Nase durchs Leben taumelt.

Es tröstet mich nicht, dass ich das so, wie ich es annehme, nicht mehr erleben werde. Gleichwohl – ich habe Gründe, die letzten Jahre  lächelnd zu erleben. Habe ich mir auch verdient.

Karl Dilly; Januar 2022

 

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